Tabak und Hundeleckerli

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mog61 e.V. verteilt mehr als 400 Corona Winter Care Pakete an Obdachlose und Bedürftige

Das ist ein Corona Winter Care Paket (li. Marie Hoepfner). Auf dem Kopfsteinpflaster weitere Corona Winter Care Pakete. Foto: ks

Vor einem Jahr hatte Marie Hoepfner so etwas wie ein Versprechen abgegeben. Damals war die Vorsitzende des Vereins mog61 Miteinander ohne Grenzen e.V. bei der Nacht der Solidarität mit einer Zählgruppe an den Ufern des Landwehrkanals unterwegs, um nach Wohnungslosen zu suchen. In ihrem Abschnitt fanden sie in der Dunkelheit keinen einzigen. Aber es war ein Anstoß, für Marie wohl auch eine Art Verpflichtung. "Mit dem Thema Obdachlosigkeit", kündigte sie damals an, "wollen wir uns künftig intensiver beschäftigen."

Dann kam Corona. Der gemeinnützige Verein nähte Mund-Nasen-Masken, bestückte Gabenzäune und kümmerte sich um Nachbarschaftshilfe. Aber die Obdachlosen draußen auf der Straße und andere Bedürftige, was macht die Pandemie mit ihnen? Im Sommer verteilte mog61 rund 300 Corona Care Pakete - praktische Baumwolltaschen mit einer Ration für den Notfall (Trockensalami, Reiswaffeln, Maske, Hygieneartikel, Toilettenpapier, Süßigkeiten), ermöglicht durch großzügige Spenden von Gewerbetreibenden und Handelsketten. Aber später der Winter, wenn es draußen erst einmal so richtig kalt wird?

Also startete mog61 im Herbst eine Fortsetzung der Aktion namens "Corona Winter Care Pakete". Noch einmal mehr als 400 Taschen, dazu Schlafsäcke und Decken, noch mehr Toilettenpapier und 200 separate Päckchen mit Tabak, Einwegrasierern und Hundeleckerli. Warme Sachen natürlich, Mützen, Socken, Handschuhe, Schals, dazu Salami und Fischkonserven für die Proteine, eine Thermosflasche, Kaffee, Kekse, Marmelade. Wieder sprangen Gewerbetreibende in die Bresche, die Gruppe Helfen WOLLEn verschenkte wunderbare Stricksachen, die dm-Filiale in der Hauptstraße schöne Weihnachtstüten im Rahmen ihrer "Wunschbaum"-Aktion.

Noch mehr Corona Winter Care Pakete (mit Martina von mog61 e.V.; hier bei St. Chirstophorus). Foto: ks

Und wer bekam nun all die nützlichen Dinge? mog61 war wochenlang im ganzen Bezirk unterwegs (und darüber hinaus), um Taschen und Päckchen zu verteilen. Bei der Tagesstätte für Wohnungslose "Am Wassertor", im Café Krause der St.-Thomas-Gemeinde, vor der Bahnhofsmission am Ostbahnhof, im Zentrum gegen Ausgrenzung und Armut, bei der Wärmestube Heilig Kreuz, bei Laib und Seele in der Passionskirche, im Jugendzentrum Loyal e.V., bei Vita Domus in der Blücherstraße, bei der Essensausgabe von St. Christophorus. Weitere Gaben gingen an help4people, das Aktionsbündnis Solidarisches Kreuzberg und Geflüchtete aus der Gerhart-Hauptmann-Schule.

Die Freude, manchmal auch die Überraschung bei den Beschenkten war groß - dazu gibt es berührende Bilder auf der Webseite des Vereins. Trotz Corona entstanden viele Gespräche und Kontakte, die fortgesetzt werden sollen.

Info: Corona Winter Care Pakete

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