Bleibt auch im Winter hier

Veröffentlicht in: Wildes Kreuzberg | 1

Kohlmeise (Parus major): Ihre vielfältigen Rufe sind noch nicht komplett entziffert

Eine Kohlmeise sitzt auf einem Ast und wartet auf Gesellschaft. Foto: ks

Wer im Januar auf die Suche nach wilden Tieren geht, hat es auch ohne Schnee ziemlich schwer. Insekten haben sich meist in der Erde vergraben und halten dort ihren Winterschlaf. Von den gefiederten Freunden sind viele, die es sich leisten konnten, in sonnigere Gefilde verreist. Mittelmeer, Nordafrika oder noch weiter nach Süden. Urlaub halt, ohne Schnelltest und Quarantänevorschriften.

Aber einige sind noch da. Als der Nabu Anfang des Monats zur "Stunde der Wintervögel" aufrief, hat mogblog natürlich mitgezählt. Nebelkrähen, Stare, Spatzen, Amseln, Elster, Buchfink und ein paar Kohlmeisen. Was noch lange nicht heißt, dass ein gezählter Vogel sich auch fotografieren lässt. Mal ganz zu schweigen von den klammen Fingern, die man vom Halten der Digitalknipse bekommt.

Kohlmeisen, das hat sich dabei herausgestellt, sind zutrauliche Vögel. Man braucht sich nur eine Weile nicht zu bewegen und schon kommen sie munter angeflogen. Nicht in ganzen Schwärmen wie der Haussperling, aber wo eine Meise ist, taucht bald auch eine zweite auf. Verwechseln kann man sie eigentlich nicht. Die Blaumeise ist kleiner und am Kopf nicht schwarz, sondern blau. Allerdings fehlt jungen Kohlmeisen häufig das auffällige Gelb am Bauch.

Kohlmeisen gehören zu den häufigsten Vögeln überhaupt. Bundesweit werden um die sechs Millionen Paare gezählt. Sie leben in Wäldern, Parks und Gärten und nisten in Baumhöhlen genauso wie in Nistkästen oder einem verlassenen Briefkasten. Eine gewisse Uneinigkeit herrscht bei der Beschreibung ihres vielfältigen Gesangs. Ganz klassisch wird er mit "zi zi bäh" umschrieben, aber Ornithologen haben auch schon Laute wie "zi tuhi", "pink-di-di-di", "schä-schä-schä" oder "zä wide-wit" dokumentiert. Hier besteht offensichtlich noch Forschungsbedarf.

Wer im Winter Kohlmeisen beobachten will, stellt am besten ein Vogelhaus auf. Allerdings gelten hier einige Regeln: Das Häuschen sollte schon im Herbst mit Futter bestückt werden, in einem oder in der Nähe eines vogelfreundlichen Gartens stehen und ein bisschen Meisenknödel-Reklame in der näheren Umgebung schadet auch nichts. Für den Sonderfall Balkon empfiehlt sich unbedingt eine Anflughilfe aus Zweigen oder wenigstens eine große Grünpflanze. Sonst entdecken die Vögelchen die neue Nahrungsquelle überhaupt nicht, bleiben aus und der Restaurant-Besitzer ist traurig.

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