Gute Vorsätze

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Fürs neue Jahr hat sich mogblog viel vorgenommen

Zehn kleine Weihnachtsmänner / sind nicht gern allein! / Einer wurde aufgegessen, / da waren's nur noch neun. Foto: ks

Nein, mogblog hatte sich zum Jahreswechsel keine guten Vorsätze vorgenommen. Vorsätze gehören in eine Zeit, als die Deutsche Bundesbahn noch pünktlich fuhr, kein Müll auf den Bürgersteigen herumlag und die Kontonummern so kurz waren, dass sie sich jeder normale Mensch merken konnte. Das ist lange her. Dann aber erzählte eine durchaus in der Gegenwart lebende Freundin stolz, dass sie selbst sehr wohl welche habe - zum Beispiel jeden Morgen vor zehn Uhr aufzustehen. Da erwachte im Autor, nun ja, eine Art Ehrgeiz, ebenfalls nach Höherem zu streben, also nahm er sich seinerseits ein paar Dinge vor und eines davon ist: Jeden Monat etwas tun, was er noch nie zuvor getan hat. Etwas Neues, Ungewöhnliches, Außerordentliches, jedenfalls ganz Besonderes.

Die Aufgabe für den Monat Januar war auch schnell gefunden: Ein Kabel mit den passenden Steckern anschaffen, das schon seit einer Weile im Wohnzimmer herumstehende Keyboard mit der antiken Stereoanlage verbinden und das eigene Geklimper endlich nicht mehr nur im Kopfhörer hören, sondern eben richtig! Und natürlich regelmäßig üben! Bach vor allem, was manche verwundert hat, aber der liefert nun mal die passenden Fingerübungen und irgendwann werden dann auch die schwierigen Kreuze und Bes von Chopin & Co. ins Visier genommen. Voilà, Heldentat Nummer eins! Klingt nach einer guten Idee, einmal im Monat eine neue Herausforderung!

Die nächste Challenge nahte dann aber schon ein paar Tage später, da stand mogblog vor einem Regal mit Schokolade-Weihnachtsmännern, konnte nicht widerstehen und erstand zehn Stück. Auch das etwas Einmaliges, Ungewöhnliches! Noch nie im Leben hat mogblog zehn rote Weihnachtsmänner besessen! Sie waren immer singulär, es gab höchstens einen, die Schwester bekam einen zweiten, sie waren meist aus schlechter Schokolade, lebten niemals lange und man hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie ja doch irgendwie lebenden Wesen glichen und man nie wusste, ob man sie besser köpfen oder durch einen Schlag in den Bauch schlachten sollte. Allenfalls gab es einen weiteren, kleineren von Tante Dori, aber der schmeckte noch schlechter.

Zehn Weihnachtsmänner! Wie fühlt sich das an? Vor allem verboten! So wie Coca-Cola - zu Recht übrigens! - damals verboten war und Pommes verboten waren und Paprika-Chips, zumindest vor dem Abendessen und in großen Mengen. Solche Verbote in der Kindheit haben übrigens Folgen für das spätere Leben des Erwachsenen - aber lassen wir das. Entscheidend ist natürlich der Preis. 3,99 Euro für 125 Gramm Hohlfigur sind heftig, 40 Euro gleich 80 D-Mark für zehn Weihnachtsmänner durch nichts zu rechtfertigen. Ein Ruch von unverzeihlichem Luxus, fast schon obszön! Wenn aber das ökonomisch, wie man hört, nicht im ruhigsten Fahrwasser segelnde Kaufhaus am Hermannplatz einen Rabatt von zunächst 50, aktuell sogar 70 Prozent anbietet, wird das reell. 12 Euro für zehn Schokofiguren oder lieber drei Bier? Da hat der Nicht-Alkoholiker von der Schokolade wahrscheinlich mehr.

Bei etwas mehr krimineller Energie würde mogblog jetzt im großen Stil welche kaufen, umetikettieren und nächstes Jahr zum Originalpreis losschlagen. So stehen sie nur etwas misstrauisch in der Küche und harren ihres Schicksals. Denn leider geht es ihnen so wie den zehn kleinen Unaussprechlichen in dem bekannten Kinderlied, sie schwinden dahin und am Ende ist kaum mehr ein Unaussprechliches da. Einer wurde schon aufgegessen, ein Zweiter beschritt ebenfalls den Weg alles Vergänglichen, fünf wurden an Freunde verschenkt ... Um es kurz zu machen: Im Moment ist nur noch ein Allerletzter übrig. Waren aber lecker und, nun ja, eine interessante Erfahrung.

So. Der Januar ist bereits übererfüllt. Was machen wir in den restlichen elf Monaten? Wird der eine oder andere Berg bestiegen? Vom Drei-Meter-Brett gesprungen? Der Atlantik überquert? Wer weiß.

Info: Zum Unterschied zwischen Weihnachtsmännern und Nikoläusen sehr ausführlich ntv. Der oben abgebildete Schoko-Weihnachtsmann von Lindt & Sprüngli wurde von Ökotest im Heft 12/2022 untersucht und erhielt wegen "erhöhter Mineralölbestandteile" dort nur das Urteil "befriedigend".

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