Was macht eigentlich …

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... der kaputte Fünf-Wasser-Tiegel am Marheinekeplatz?

Kein Wasser, nirgends. Der Brunnen ist trocken wie Wüstensand. Foto: ks

Er macht leider nichts und ist immer noch kaputt. Seit Ende Juni sprudelt aus dem hübschen Fünf-Tiegel-Brunnen am Marheinekeplatz kein Wasser mehr. Zum großen Verdruss von Touristen und Einheimischen, von Kindern, die sich plötzlich nicht mehr nass spritzen können; die Gießkannen der Erwachsenen für Bäume und Blumenbeete bleiben leer, selbst der legendäre Caesar-Salat im "Matzbach" schmeckt nur noch halb so lecker ohne gewohntes Geplätscher im Hintergrund.

mogblog hat nun bei den Berliner Wasserbetrieben nachgefragt, warum sich so gar nichts tut, und erhielt diese Antwort: "In der Kalenderwoche 26 kam es zu einem unkontrollierten Wassereinbruch durch einen Defekt an der Förderpumpe. Leider kam es gleichzeitig zu einem Ausfall der eingebauten Entwässerungspumpe, so dass die Brunnenstube 40 cm unter Wasser stand. Das Bezirksamt wurde informiert und die notwendigen Schritte eingeleitet. Die Entwässerungspumpe wurde bereits erneuert. Wir warten gegenwärtig auf die bereits vor langer Zeit bestellte neue Förderpumpe. Aber wir bleiben dran." Klingt so, als würde das bis zum Wintereinbruch in diesem Jahr nichts mehr werden.

Nun ja. Kommt eben vor, dass Dinge ab und zu den Geist aufgeben, denkt man sich. Der gemeinnützige Verein mog61 zum Beispiel besitzt ein kleines Wägelchen, das sogenannte mog-Mobil. Vor ein paar Tagen lief das rechte Rad plötzlich unrund. Was tun? Mohamed half. Mohamed stammt aus Palästina und hat in der Straße einen kleinen Fahrradladen, vor dem er am liebsten entspannt in der Sonne sitzt. "Das Seil im Mantel ist gerissen", stellte er sofort mit Kennermiene fest. "Warte, ich muss mal schauen ..." Er kletterte ins dunkle Souterrain hinunter, wo es wunderbar nach Schmieröl duftet, tauchte nach ein paar Minuten mit einem gebrauchten Mantel in der Hand wieder auf und hat ihn auch gleich montiert. Dafür kriegte er ein paar Euro, eine hübsche Blume für seine Baumscheibe und alles war wieder gut.

Mohamed aus Palästina könnte ein Vorbild für das Bezirksamt und für die Berliner Wasserbetriebe sein. Man würde sich wünschen, der Oberingenieur würde auch dort einmal zusammen mit dem Unteringenieur in den Keller steigen und schnell die Regale durchgucken. "Ja, ich weiß schon. EU-Richtlinie sowieso, alles nach DIN-Norm und TÜV-geprüft, die Formulare zehnfach, die Kollegen im Urlaub, das Personal knapp, Lieferprobleme undsoweiterundsofort. Aber haben wir nicht irgendwo noch eine Pumpe aus den fünfziger Jahren oder noch älter herumliegen, die sollte es bis zum Winter doch tun? Wäre ja jammerschade, wenn da jetzt monatelang überhaupt kein Wasser mehr fließt!"

Anders gesagt: In Bullerbü wäre so ein schöner Brunnen bestimmt keinen Sommer lang tot.

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