Bis zu 500 Millionen Euro

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Entwürfe für neue Bibliothek am Blücherplatz vorgestellt

Die drei Varianten. Man beachte, wie winzig der derzeit vorhandene Bau im Vergleich dazu erscheint. Auch die Heilig Kreuz-Kirche wirkt nur noch wie ein Spielzeug. Modelle: Ute Zscharnt fur David Chipperfield Architects

Wer im Kiez um die Mittenwalder Straße wohnt, hat das große Glück, dass es bis zur Amerika-Gedenkbibliothek nur ein paar Schritte sind. Hingegen nervt der lange Anmarsch zur Stadtbibliothek in der Breiten Straße. Doch das wird sich ändern – zwar nicht sofort, aber vielleicht in 15 oder 20 Jahren.

Dann werden die beiden bisher getrennten Standorte der Zentral- und Landesbibliothek am Blücherplatz zusammengelegt. Nun ist auch klar, wie das ungefähr aussehen soll: Mitte Januar wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie präsentiert.

Der Neubau mit einer Nutzfläche von 38.000 Quadratmetern soll spätestens 2026 beginnen und darf bis zu 500 Millionen Euro kosten. Nur zur Erinnerung: Als Ex-Regierender Klaus Wowereit am Rande des Tempelhofer Feldes 270 Millionen Euro ausgeben wollte, war er bald darauf seinen Job los.

Konkret sind derzeit drei Varianten im Gespräch, zwischen denen ein Architekturwettbewerb entscheiden soll. Geplant sind monumentale Baukörper von bis zu 50 Metern Höhe, neben denen die Heilig Kreuz-Kirche eher wie ein Spielzeug aussehen wird:

  • Variante 1: zwei Gebäude rechts und links der bisherigen AGB
  • Variante 2: ein einziger riesiger Würfelbau
  • Variante 3: ein u-förmiger Riegel an der Ostseite des Platzes

Zusätzlich könnte die Blücherstraße zwischen Mehringdamm und Zossener Straße für den Autoverkehr gesperrt werden und bei der Vorstellung der Studie war plötzlich auch von einer Straßenbahnverbindung zum Potsdamer Platz die Rede. Der kleine Park am Waterloo-Ufer mit den hohen Bäumen wird in der gegenwärtigen Form kaum überleben. Auch ist unklar, ob im Zusammenspiel mit den von einer Mauer umgebenen Friedhöfen am Halleschen Tor so etwas wie eine einheitliche Grünfläche entsteht.

Viele offene Fragen also. Bei den Politikern überwog die Genugtuung, dass der Zwischenschritt absolviert wurde. "Es ist gelungen, die Rahmenbedingungen zu bestimmen, die es uns nun ermöglichen, die Vision einer mit der sozialräumlichen Umgebung interagierenden und integrativ wirkenden Bildungs-, Kultur- und Begegnungsstätte, der neuen ZLB, zu verwirklichen“, sagte Kultursenator Klaus Lederer ziemlich wolkig.

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