Kiezblock Großbeerenstraße

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Initiative will den Durchgangsverkehr im Viertel stoppen

Auch ein heftiger Hagelschauer hielt sie nicht auf: Kundgebung am 7. Mai in der Großbeerenstraße. Foto: https://kiezblock-grossbeeren.de

Gerade hatten sich die Aktivisten mit ihren Masken, den Kindern, mit handgemalten Plakaten, den Stühlen und ihren Zimmerpflanzen auf der Fahrbahn der Großbeerenstraße versammelt, da zog auch schon ein kurzer, aber heftiger Hagelschauer auf. "Das hat uns natürlich nicht abgehalten", sagt Mitorganisator Tobias Stetter stolz. Die Polizei hatte die Straße dicht gemacht, der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes, Felix Weisbrich, schaute auch vorbei. Bei der kleinen Kundgebung an der Ecke Wartenburgstraße am 7. Mai ging es darum, Werbung für einen Kiezblock in und um die Großbeerenstraße herum zu machen.

Kiezblock bedeutet überall Tempo 30 und raus mit dem Durchgangsverkehr. Viele Anwohner vor Ort seien genervt von den Autos, von Lärm, Abgasen und Rasern, berichtet Stetter. Vor allem seit Öffnung des Tiergartentunnels würden viele Autofahrer - geleitet von ihren Navis - Möckern- und Großbeerenstraße als Umfahrung benutzen. Die ruhigen Wohnstraßen hätten sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu Durchgangsstraßen entwickelt. Stattdessen verlangt die Initiative, den Autoverkehr in Nord-Süd-Richtung auf den Mehringdamm zu konzentrieren.

Nördlich der Yorckstraße sollen Großbeeren-, Möckern-, Wartenburg- und Obentrautstraße künftig komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Außerdem soll im gesamten Kiez zwischen Yorckstraße und Tempelhofer Ufer sowie Mehringdamm und Gleisdreieckpark eine Tempo-30-Zone entstehen. Da sich Berliner in der Regel nicht an Vorschriften halten, dürfte das nicht ohne bauliche Veränderungen möglich sein - so geht Stetter davon aus, dass "die Straßen in der Mitte komplett gesperrt werden müssen". Er könnte sich auch vorstellen, dass der Wasserfall im Viktoriapark durch die Großbeerenstraße verlängert wird und schließlich eines Tages in den Landwehrkanal fließt - aber das ist vermutlich noch ferne Zukunftsmusik.

Ihre Ziele will die Initiative "Kiezblock Großbeerenstraße" mit Hilfe eines Einwohnerantrags erreichen, der dann in der Bezirksverordnetenversammlung beraten und abgestimmt wird. Dazu sind 1000 Unterschriften von Menschen nötig, die im Bezirk wohnen. Grünen-Mitglied Stetter ist optimistisch. Der harte Kern der Initiative bestehe aus zehn bis zwölf Leuten, verrät er. An die 300 bis 400 Unterschriften seien vermutlich schon gesammelt. Längerfristiges Ziel könnte es sein, mit Hilfe der Parkraumbewirtschaftung nicht nur die fremden, sondern überhaupt möglichst viele Autos aus dem Kiez hinauszudrängen. Stetter: "Die Leute brauchen hier eigentlich kein Auto!"

Info: Kiezblock Großbeerenstraße

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